Alice

Ich steh vor einer Mauer mit dem Rücken an der Wand
Leuchtend blaue Augen sind mir grimmig zugewandt
Stechend sehen sie mich an
Ziehen mich in ihren Bann
Und ich weiß, dass ich mich von ihnen nicht mehr losreißen kann
„Welches Grauen stellt ihr dar?“
Frage ich das Augenpaar
„Entspringt ihr meiner Angst oder seid ihr etwa wahr?
Was sucht ihr in der dunklen Nacht,
Die alle Menschen ängstlich macht?“
Erschrocken sehe ich mich um, als eine kalte Stimme lacht
„Ich bin die Angst, die dich durchfährt,
solange wie dein Leben währt
Doch bin ich auch der, dem du traust
Der, auf dem du dich selbst erbaust
Und doch bin ich dein schwächstes Glied
An dem die Kette laufend zieht
Das mit der Zeit zu Nichts zerfällt
Und dich vor dir selbst entstellt“
Ich weiche vorm Untier zurück,
Das mich fest an die Mauer drückt
„Was du sprichst ist mir einerlei“
Lauten die Worte, die ich schrei,
Um mich vor mir selbst zu schützen,
Doch all das will mir nicht recht nützen
„Was ich sprech ist dir nicht egal
Ich sehe es an deinem Blick
Und stelle dich nun vor die Wahl
Verspürst du Angst, so weich zurück
Bist du bereit dich zu erkennen
So will ich meinen Namen nennen“
„Ich kenne mich“
„Du kennst dich nicht
Ich tue hier nur meine Pflicht
Und nimmst du dann die Wahrheit hin,
verrate ich dir wer ich bin“
Zwar sehe ich das Mädchen nicht,
Aus dessen Mund mein Wahnsinn spricht,
Doch hoffe ich auf sein Erbarmen
Und frage es nach seinem Namen
„Dann sprich, sag, wie wirst du genannt?“
„Alice, Alice im Wunderland,
Ich führ dich an des Wahnsinns Hand“

25.1.08 17:36

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