Über

"You are old, father William," the young man said,
"And your hair has become very white;
And yet you incessantly stand on your head--
Do you think, at your age, it is right?"
"In my youth," father William replied to his son,
"I feared it might injure the brain;
But, now that I'm perfectly sure I have none,
Why, I do it again and again."

(Lewis Carrol)


Mich selbst nicht mit diversen Schreibutensilien, sondern mit Worten zu beschreiben fällt mir, zugegebenermaßen, relativ schwer. Ob das daran liegt, dass das Beschreiben der eigenen Person im Allgemeinen schwer ist, oder daran, dass es mir lediglich an Selbstreflexion mangelt, sei dahingestellt.

Mit meinem Äußeren begonnen bestehe ich vorwiegend aus Atomen, welche wiederum aus Protonen, Neutronen und Elektronen bestehen, welche aus Quarks bestehen könnten, welche eventuell aus noch kleineren Teilchen bestehen, die allerdings physikalisch noch nicht nachgewiesen wurden. Allein ein kleiner Teil meines Körpers leistet dem riesigen Imperium Widerstand, indem er das Vakuum, welches in meinem Kopf besteht, hartnäckig beibehält.

Schon aus diesem kurzen Teil kann man nun wohl schließen, dass mir die Physik sehr am Herzen liegt.

Wenn man nun das Elektronenmikroskop aus der Hand legt und mich mit bloßem Auge betrachtet, so bin ich 1,74 m groß, blauäugig (nicht mit leichtgläubig zu verwechseln, was ich übrigens auch bin), hübsch, schlank, attraktiv, nicht eingebildet und auf keinen Fall ironisch.
Oft wird auch spekuliert, dass mein Mundwerk bei meiner Geburt um wenige Millimeter zu groß geriet, was nun fatale Auswirkungen auf dessen Fassungskapazität, Mitmenschen und Photographien hat.
Dies sei nur am Rande bemerkt. Ich hoffe lediglich, dass es sich nicht zu sehr in diesem Text bemerkbar macht.
Meine Haare sind zurzeit wieder einmal schwarz wie auch der Rest meiner Kleidung, zum größten Teil, da mir hiermit meist, praktischerweise, die Frage nach der heutigen Farbkombination, die sich sonst beim Gang zum Kleiderschrank auftut, erspart bleibt.

Doch lassen wir die profanen Oberflächlichkeiten, mit der Bild-Zeitung und ein Großteil der Menschen sich sowieso viel zu viel beschäftigen, und kommen wir zu den interessanteren Eigenschaften des Menschen, den ich auch sehr gut (nun ja, sagen wir ein wenig) als mich selbst kenne.

Vorwiegend bin ich vorlaut, egozentrisch, nachdenklich, hirnlos, desorientiert, verwirrt, pseudo-musikalisch, verträumt und neige zum Querdenken.
Alle weiteren, weniger vordergründigen Eigenschaften würden vermutlich nicht nur die Seite, sondern auch die Geduld des Lesers sprengen.

Wäre ich Dieter Bohlen oder ein nur ähnlich von sich selbst überzeugter Mensch, so würde ich nun wohl hinausschreien, dass ich grandiose drei Instrumente beherrsche. Da ich aber weder so überzeugt von mir bin, noch behaupten könnte, dass die Aussage, ich würde die Instrumente beherrschen, stimmt, versuche ich mich möglichst schlicht auszudrücken und sage lediglich, dass ich in meiner Freizeit gerne Gitarre und Klavier spiele und klassischen Gesangsunterricht nehme, wobei ich in keiner der drei Disziplinen behaupten kann besondere Glanzleistungen zu vollbringen und mit diesen drei Hilfsmitteln mich und meine Lieder in meiner Band repräsentiere.
Des Weiteren schreibe ich recht gerne Kurzgeschichten und Gedichte, welche ich sorgfältig in einer verschlossenen Schublade meines Zimmers aufbewahre, während nur ich das Versteck des zugehörigen Schlüssels kenne, um mir zumindest das Gefühl zu geben, den Ansprüchen, die man an einen wirklichen, in sich selbst zurückgezogenen, genialen und leicht verstörten Poeten stellen würde, gerecht zu werden. Natürlich gehört hierzu auch das Verschlingen der Bücher diverser teilweise verstörter Schriftsteller wie zum Beispiel Kafka, Baudelaire, Dürrenmatt, Kant, Orwell, Nietzsche u.a. (J. K. Rowling darf hierbei natürlich nicht vergessen werden).
Ähnlich verhält es sich mit meinen recht stümperhaften Zeichnungen und Malereien. In diesem Falle bin ich aber, glücklicherweise, noch nicht dazu übergegangen Terpentin zu trinken und mir Ohren abzuschneiden, nur um mir das Gefühl zu geben auch den Ansprüchen eines wahren Künstlers gerecht zu werden.

Für die nötige Inspiration verreise ich in den Ferien gerne auch des Öfteren für mehrere Wochen, teilweise auf eigene Faust, teilweise mit der katholischen Jugend als Leiterin sowie Teilnehmerin, und lasse hierbei nicht ganz fairer Weise meine beiden Katzen zuhause bei meinen Eltern sitzen, was mir dennoch immer sehr leid tut, da man, wie ich einmal so schön auf einem Berliner Plakat las, auf dem auf der oberen Hälfte Knut und auf der unteren eine Katze und ein Buch abgebildet waren, auf alles verzichten kann außer auf Katzen und Literatur.

Außer den bereits aufgezählten Freizeitaktivitäten gibt es keine weiteren eventuell interessanten Hobbys, die sich nicht mit dem Ausgeben von Geld für Kleidung und diverse andere, definitiv nicht lebensnotwendige Dinge und dem anschließenden Bereuen des Kaufes beschäftigen, wenn man mal von dem zugegebenermaßen leicht männlichen Bedürfnis absieht, an allem Elektrotechnischen, in meinem Falle besonders am Computer, herumzuwerken, herumzuverbessern und sich über die mangelnde Qualität, die das Mistteil aufweist, obwohl man doch einen Hochleistungsrechner gekauft hat und sich mit der Hardware wie Software auskennt, zu beschweren.

So viel zu meiner Person, über die ich so wenig weiß und doch so viel schreibe.

Den folgenden Satz hatte ich ursprünglich für den Anfang des Textes vorgesehen, kam aber dann zu dem Schluss, dass er am Ende des Textes doch ein wesentlich sympathischeres Bild machen würde.

Da mein - vermutlich nicht vorhandenes - Gehirn schon von Anfang des Textes an meine kreativen Ideen rigoros geblockt und verdrängt hat, hoffe ich, dass der geneigte Leser die weniger geistreichen Floskeln getrost tolerieren konnte und vielleicht aus Solidarität ein kleines Schmunzeln über die Lippen brachte.

Somit verbleibe ich in Erfurcht vor allen, die diesen Text getrost überstanden haben,

Jana Duenner

Alter: 25
 

Ich mag diese...

Musiker: Farin Urlaub(solo), Bela B.(solo), Die Ärzte, Sum 41, Nightwish, Evanescence, Blink 128, Wir sind Helden, Oomph, The Rasmus, In Extremo, Within Temptation, Hole, Staind, Alice in Chains, WIZO, Stystem of a down, Samsas Traum, Greenday, The Ramones, Johnny Cash etc.
Sendungen: The Simpsons
Autoren: Emanuel Kant, Robert Musil, Franz Kafka, Ephraim Kishon, Friedrich Dürenmatt, Oscar Wilde, Fjodor Michailowitsch Dostojewski etc.



Mehr über mich...



Werbung